BEGRÜNUNG IM BIO-WEINBERG Teil 2

Mit der Aussaat von Wildkräutern allein ist es nicht getan.

Sonne und Regen sorgen nicht nur bei den Reben für ein ansehnliches Wachstum, auch die ausgebrachten Pflanzen geben richtig Gas. So kann es schonmal vorkommen, dass die Begrünung eine Höhe von über 1,70 m erreicht. In feuchten Jahren und bei ausreichend Abstand zur Rebe ist das kein Problem. Fehlt jedoch ausreichend Niederschlag wird die Einsaat vor allem der jungen Rebe zur gefährlichen Konkurrenz.

Da ist nun unsere Hilfe gefragt. Was genau wir unternehmen? Wir könnten natürlich alles mähen. Keine Frage, das wäre die schnellste und einfachste Lösung. Als Bio-Winzer machen wir uns aber zunächst Gedanken darüber, was auf Dauer und für das gesamte Ökosystem am besten sein könnte. Die Lösung besteht für uns darin, jede Weinbergszeile abwechselnd zu mulchen oder zu walzen.

Beim Walzen werden die eingesäten Kräuter und Gräser nur umgedrückt. Die Wurzeln der Pflanzen bleiben im Boden verankert, das Wachstum ist durch das Umknicken der Stiele jedoch stark geschmälert. Für die zahlreichen Bewohner des Weinbergs bleiben die Blüten jedoch als Nahrungsquelle bestehen. Wertvolle Wasservorräte im Boden werden dank der umgewalzten Begrünung vor Verdunstung geschützt. Außerdem dient die Begrünung weiterhin als Erosionsschutz und das Befahren des Weinbergs ist bei ansonsten nassen Böden weiterhin machbar. Hervorragende Idee dieses Walzen, nicht wahr?

Um die Wasserkonkurrenz ordentlich einzudämmen und das Einwachsen der Wildkräuter in die Laubwand des Rebstocks zu verhindern, wird jede zweite Rebzeile gemulcht. Unter Mulchen versteht man im Weinbau das Abmähen einer Begrünung, wobei die abgemähten Pflanzen, das so genannte Mulchgut, direkt zerkleinert werden und zur Humusbildung im Weinberg verbleiben. Das Mulchen trägt somit zur langfristigen Fruchtbarkeit der Weinbergsböden bei.

Für uns ist es einfach wunderschön im Weinberg zu arbeiten, wenn alles summt und brummt. Da hat man auch mal einen Grund innezuhalten, ein Päuschen einzulegen von der schweißtreibenden Arbeit, um eine Hummel beim schwerfälligen Blüten-Hopping zu beobachten. Auch wenn das regelmäßige Abwechseln von Mulchen und Walzen einen etwas erhöhten Mehraufwand darstellt ist für uns ganz klar, dass es sich einfach lohnt. Für unsere Weinberge, die Bewohner unserer Weinberge und schließlich auch für uns, die Hummelbeobachter :)

  • Erstellt am .

Weingut Vinçon-Zerrer
Heilbronner Str. 50
75038 Oberderdingen-Großvillars

Telefon: 07045 761
Telefax: 07045 912728
weingut@vincon-zerrer.de

Öffnungszeiten:
Mo.- Fr. 10 - 18 Uhr
Sa. 10 - 16 Uhr

biosiegel white
DE-ÖKO-022

 

 

© 2017 - weingut-online.de