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DER REBSCHNITT IM BIO-WEINBERG

Es war einmal ein Esel, irgendwo im fernen Palästina.

Dieser Esel kam an keinem Weinstock vorbei ohne sich daran ordentlich seinen runden Bauch zu füllen. Die Menschen reagierten mit Entsetzen, zumindest so lange, bis im nächsten Herbst gerade diese Weinstöcke die größten und saftigsten Weintrauben trugen, die sie jemals zu Gesicht bekamen. So oder so ähnlich erzählt eine alte Legende von der Entstehung des Rebschnitts.


Auch heute noch ist der Rebschnitt eine der wichtigsten Maßnahmen im Weinbau. Bereits in der kalten Jahreszeit kann der Winzer durch das gezielte Entfernen von Ruten und Trieben wesentlich die Qualität der kommenden Weinernte bestimmen. Über Qualität lässt sich ja bekanntlich streiten, weshalb auch schon immer gerne über den Rebschnitt kontrovers diskutiert und debattiert wird. Mancher Winzer ist großer Verfechter des traditionellen Rebschnitts und setzt diesen geradezu radikal in seinen Weinbergen um, andere Winzer gehen das Thema Rebschnitt ganz locker an und lassen ihren Weinbergen bei der sogenannten Minimalerziehung viel oder sogar kompletten Entfaltungsspielraum. Das sieht dann im Weinberg echt wild aus, hat aber auch Vorteile bezüglich Sonnenbrand, Hagel, Frost oder Wildfraß. Auch was die Arbeitszeitersparnis betrifft kann sich der Minimalschnitt sehen lassen. Kein Rebschnitt von Hand, kein Biegen von Hand, maschinelle Laubarbeit im Sommer und maschinelle Weinlese im Herbst. Leider sind im Weinberg auch viele Rebkrankheiten wie Mehltau oder Peronospora im Umlauf, die es gerne feucht und warm mögen. Einer üppigen Laubwand ist solch ein Pilz dann natürlich nicht abgeneigt. Sie sehen, jede Erziehungsform hat Vor- und Nachteile.


Schlussendlich muss jeder Winzer für sich entscheiden, welche Variante des Rebschnitts für ihn und vor allem seine Reben am besten geeignet ist. Für unsere Weinberge hat sich über die letzten Jahrzehnte der herkömmliche Rebschnitt am besten bewährt. Wobei wir nicht radikal vorgehen, sondern jeden Rebstock nach seinem Wuchs beurteilen und nach seinen Bedürfnissen zurechtschneiden.


Jetzt fragen Sie sich sicher, wie das nun konkret läuft mit dem Rebschnitt. Für uns beginnt das Rebenschneiden im Januar. Den kalten Temperaturen mit Mantel, Mütze, Schal und Handschuhen trotzend machen wir uns auf in die Weinberge. Dort angekommen schnallt sich jeder seine Rebschere um den Leib. Heutzutage arbeiten wir mit elektronischen Rebscheren und machen damit der alljährlichen Sehnenscheidenentzündung ein Ende. Wir haben das mal für Sie ausgerechnet: Etwa 10 ha Rebfläche, bestockt mit 4000 Rebstöcken je Hektar, an jedem Rebstock Unmengen an teilweise miteinander geradezu verfilzten Trieben. An jedem Rebstock sind etwa 5 Schnitte durchzuführen, je nach Alter, Wuchs und gewünschter Weinqualität. Heraus kommt dabei die schwindelerregende Zahl von 200.000 Rebschnitten. Wow!  Als kleines Familien-Weingut arbeiten wir meist zu zweit oder zu dritt im Weinberg, so dass sich diese horrende Summe auf mehrere Handgelenke verteilt. Dennoch möchten wir dem Erfinder der elektronischen Rebschere hiermit unseren Dank aussprechen.


So, das war eine kleine Lektüre zum Rebschnitt in aller Welt aber vor allem im Weingut Vinçon-Zerrer. Falls Sie erfahren möchten was nach dem Rebschnitt geschieht haben wir im Menüpunkt "Weinjahr" alle Arbeiten im Weinberg und Keller für Sie zusammengefasst. Klicken Sie hier: Das Weinjahr im Weingut Vinçon-Zerrer

 

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